
12.06.1929
–unbekannt
Vorname (korr.)
Annelies Marie
Geburtsdatum
12.06.1929
Geburtsort
Frankfurt am Main
Letzte Adresse
Ganghoferstraße 24
Adressen
Marbachweg, Ganghoferstraße
Deportiert am
08.08.1944
Deportiert nach
Westerbork, Auschwitz, Bergen-Belsen
Todesdatum
BeitragenTodesort
Bergen-Belsen
©Yad Vashem
Erstellt von Redakteur:in
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Vornamen richtig Annelies Marie, genannt Anne; in Frankfurt am Main geboren; Tochter des Kaufmanns Otto Heinrich Frank und von Edith Frank, geb. Holländer; Schwester von Margot Frank; deutsche Staatsbürgerin; zuletzt als „staatenlos“ registriert; Schülerin.
Frankfurter Adressen der Familie bis 1930 Marbachweg 307, bis März 1933 Ganghoferstraße 24. Der Vater war 1914/15 Leiter des Hammerwerkes in Plettenberg in Westfalen; anschließend Soldat im Ersten Weltkrieg; ab 1919 zusammen mit dem Bruder Übernahme des väterlichen Bankgeschäftes „Michael Frank“, Bockenheimer Anlage 20; ab 1928 zusätzlich Geschäftsführer der „Sodener Mineralprodukte GmbH“ in Bad Soden; nach der Emigration der Familie Auflösung der Geschäfte.
Nachdem Otto Frank bereits im September 1933 in Amsterdam (Holland) die Firma „Niederländische Opekta Aktiengesellschaft“ gegründet hatte, Flucht von Edith und Margot Frank im Dezember 1933 in das niederländische Exil nach Amsterdam, Merwedeplein 37; Anne blieb zunächst bei den Großeltern in Aachen und folgte im Februar, März oder April 1934. Besuch des Montessori-Kindergartens und der Montessori-Schule, ab Oktober 1941 zwangsweise des Jüdischen Lyceums.
Aufgrund der sich permanent verschärfenden diskriminierenden „Rassengesetzgebung“ nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen, Beschluß der Familie, am 6. Juli 1942 in einem Hinterhausversteck, Prinsengracht 263, unterzutauchen. Am 4. August 1944 Entdeckung des Verstecks durch die Polizei unter Leitung eines SS-Offiziers.
Anne Frank und ihre Familie wurden zunächst am 8. August 1944 in das Sammellager Westerbork und von dort am 3. September 1944 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Die Mutter starb dort am 6. Januar 1945 an Entkräftung. Bevor sowjetische Truppen Auschwitz befreien konnten, Weitertransport der Schwestern Anne und Margot Frank am 28. Oktober 1944 in das Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo beide im März 1945 an einer Typhusinfektion starben. Das niederländische Rote Kreuz gibt ihr Todesdatum mit dem 31. März 1945 an.
Nur der Vater Otto Frank überlebte die Schoa.
Anne Franks zwischen 1942 und 1944 entstandene Tagebuchnotizen erschienen 1947 unter dem Titel „Het Achterhuis“, 1950 in deutscher Übersetzung und 1986 als ungekürzte, kritische Ausgabe unter dem Titel „Die Tagebücher der Anne Frank“; 1957 Aufführung der Bühnenfassung der Tagebücher in Frankfurt. Seit 12. Juni 1957 Gedenktafel am Haus Ganghoferstraße 24, Anne-Frank-Straße und Anne-Frank-Siedlung in Eschersheim, Anne-Frank-Schule in der Fritz-Tarnow-Straße 29, Erinnerungstafel im Jüdischen Museum Frankfurt. Anne-Frank-Jugendbegegnungsstätte in Frankfurt, Anne Frank Zentrum in Berlin und Anne-Frank-Haus mit Museum in Amsterdam.
Anne aus Frankfurt. Leben und Lebenswelt der Anne Frank. Frankfurt 1990, Wolfgang Klötzer (Hg.), Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt 1994, S. 216-217
HHStAW Best. 518/11331, 518/11332, 518/392
Gedenktafelliste ISG 4/2000
Biografie zuletzt aktualisiert am: 17.12.2023 07:38