Ernst Karniol

 

06.03.1927

unbekannt

Lebensdaten

Geburtsdatum

06.03.1927

Geburtsort

Frankfurt am Main

Letzte Adresse

Langestraße 22

Adressen

Obermain Anlage

Deportiert am

02.09.1942

Deportiert nach

Drancy, Auschwitz

Todesdatum

Beitragen

Todesort

Beitragen

Le mémorial des Enfants Juifs déportés de France, Volume 2, Serge Klarsfeld, Ed. Fils et Filles des Déportés Juifs de France, 2016.

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Le mémorial des Enfants Juifs déportés de France, Volume 2, Serge Klarsfeld, Ed. Fils et Filles des Déportés Juifs de France, 2016.

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Biografie

in Frankfurt am Main geboren; Vorname auch Ernest; Sohn von Henrich Karniol und Bluma Karniol, geb. Weber.

Er lebte in Frankfurt, bis er am 10. Juli 1939 Belgien emigrierte. Dort wohnte er in Antwerpen, Van den Nestlei 13.

Am 10. Mai 1940 emigrierte er nach Limoges in Frankreich, wo er am 2. September 1942 mit dem Transport Nr.27 vom Sammellager Drancy in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde. Dort soll er laut einer Bescheinigung des Familienministeriums in Brüssel vermutlich kurz nach der Deportation zwischen dem 2. und 12. September 1942 ermordet worden sein. Ein Zeuge gibt jedoch an, dass er mit Ernst Karniol bis November 1943 im Lager Trzebinia interniert war. Der Todeszeitpunkt wurde schließlich auf den 8. Mai 1945 gesetzt.

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Ernst Karniol, geboren am 06. März 1927 in Frankfurt/Main, Staatsangehörigkeit: polnisch. Verhaftet in Saint-Yrieix-la-Perche, Département Haute-Vienne, Frankreich, am 26. August 1942 Über die Lager Nexon und Drancy am 2. September 1942 mit dem Transport Nr. 27 nach Auschwitz deportiert. Ernst ist Sohn von Henoch/Heinrich Karniol recte Beer sowie Bluma geb. Weber und der Bruder von Rivka (auch Rikel/Regina, geb. 1911), Izak (1913), Recha (1919), Simon (1920), Debora (auch Berta/Bertha, 1923)), Anna (1925), Amalie (auch Malka, Amélie, 1928) und Myriam (1934). Der Geburtsort seiner Eltern sowie seiner beiden ältesten Geschwister ist bei Sokal im westlichen Galizien, 80km von L‘viv entfernt. Sokal gehört bis zum Ende des I. Weltkriegs politisch zur Donaumonarchie, danach zu Polen, nach dem II. Weltkrieg kommt es zur Ukraine. 1914 verlassen Henoch/Heinrich Karniol sowie seine Frau Bluma mit den beiden ältesten Kindern, Rivka und Izak, Galizien Richtung Böhmen (Eger/Cheb, heute: Tschechische Republik). Heinrich/Henoch Karniol zieht weiter Richtung Deutsches Reich; zwischen 1915 und 1919 ist er in als Altkleiderhändler in Nürnberg gemeldet. 1919 lässt Familie Karniol sich in Frankfurt nieder, wo Ernst sowie sechs jüngere Geschwister geboren werden. Obwohl sie nie in einem polnischen Staat gelebt haben, haben sämtliche Familienmitglieder die polnische Staatsangehörigkeit. Das Zuhause in Frankfurt ist eine großzügige Wohnung in der Oberen Mainanlage 35. Heinrich/Henoch Karniol betreibt eine Rahmenhandlung, welche auch Kaufhäuser beliefert. Die Geschäftsräume befinden sich auch in der Oberen Mainanlage. Die Kinder der Familie Karniol besuchen die orthodoxe Samson-Raphael-Hirsch-Schule in Frankfurt, an der auch moderne „weltliche“ Fächer unterrichtet werden, und machen nach der Schule Berufsausbildungen. Während der Pogromnacht 1938 werden Geschäfts- und Wohnräume völlig verwüstet. Um der drohenden Abschiebung nach Polen zu entgehen (sog. Polenaktion), flieht Familie Karniol nach Belgien. Dort lebt sie in Antwerpen, Van de Nestlei 13, und versucht, etwas wie einen Alltag zu organisieren. Mit dem Überfall der Wehrmacht auf Belgien, im Mai 1940, muss Familie Karniol erneut fliehen – nach Frankreich. Nach mehreren Etappen kommen Teile der Familie im November 1940 in Limoges an (16, rue des Petites Maisons). Um den 13jährigen Ernst kümmert sich der jüdische Kindernotdienst OSE (Œuvre de secours aux enfants): er wird in einem Internat in Limoges untergebracht (8, cours Penticaut) und zeitgleich an der örtlichen ORT-Schule zum Radioelektriker ausgebildet. (ORT: Organisation reconstruction travail. An ORT-Schulen werden seit Ende des 19. Jahrhunderts Jüdinnen und Juden in Handwerksberufen ausgebildet.) Im April 1942 werden Karniols aus Limoges und der unmittelbaren Umgebung der Stadt ausgewiesen; sie ziehen in den kleinen Ort Saint-Yrieix-la-Perche. Ihre letzte Adresse dort lautet 13, rue de Darcy. Im Sommer 1942 finden in der nicht besetzten Zone Frankreichs große Razzien statt, durchgeführt unter französischer Regie. Grundlage für die Razzien ist das sog. Oberg-Bousquet-Abkommen, in welchem Frankreich sich verpflichtet, 10.000 jüdische Flüchtlinge aus der nicht besetzten Zone an das Deutsche Reich auszuliefern. Dies Abkommen ist ein Teil der Umsetzung der Beschlüsse der Wannsee-Konferenz. Im Rahmen dieser Menschenjagd wird Ernst Karniol am 26. August 1942 mit seinen Eltern, Heinrich/Henoch und Bluma, seiner Schwester Debora (Berta/Bertha) sowie seinem Bruder Simon, der schwer krank im Krankenhaus liegt, verhaftet. Sie werden – Simon auf einer Bahre - in das Lager Nexon verschleppt. Simon und seine Mutter Bluma dürfen das Lager verlassen, Ernst selbst, Debora (Berta/Bertha) und ihr Vater werden am 30. August 1942 nach Drancy transportiert und von dort mit dem Transport Nr. 27 vom 02. September 1942 nach Auschwitz deportiert, wo sich ihre Spur verliert. 1957 legt ein Gericht aus Antwerpen das Todesdatum und -ort auf den 02. September 1942 an einem unbekannten Ort fest. Ernsts Mutter Bluma Karniol sowie sieben seiner acht Geschwister überleben. © Fanny Dupuy, Limoges: Recherche Sabine Herrle, Freiburg: ergänzende Recherche Quellen: Online: https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de893889 https://www.memorialdelashoah.org/de/ Listes de déportation août 1942: LVII 4, LVII 21, LVII 31 https://www.refugiesjuifs87.fr/ernest-karniol/ https://stevemorse.org/france/ (Klarsfeld-Liste) Archive: Archives départementales de la Haute-Vienne 993W221, 985W2608, 993W221, 4M297, 985W485, 1621W34, 4M216, 646W265, 993W609, 1991W27, 1517W45, Archives Générales du Royaume de Belgique A 399106, A 367847 Landesarchiv Berlin 025-05 Nr. 2492/64 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden: HHStAW Abt. 518 Nr. 18872, HHStAW Abt. 518 Nr. 18877 Stadtarchiv Nürnberg Brief an Sabine Herrle vom 27.01.2016
Erstellt von Sabine Herrle, Freiburg und Fanny Dupuy, Limoges
Veröffentlicht am 10.06.2026|
Diese Ergänzung wird noch wissenschaftlich überprüft
Die letzte Adresse von Familie Karniol war die Obermainanlage 35. Todesdatum und -ort von Ernst Karniol sind unbekannt, wurden aber am 05. Februar 1947 von einem Gericht in Antwerpen auf den 02. September 1942 festgelegt.
Erstellt von Nutzer:in
Veröffentlicht am 10.06.2026|
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Quellen

  • HHStAW (Best.) 518, 18874

  • ISG Nullkartei: A.12.02_K03042 (Henoch Karniol, Familienkarte)

  • Archives départementales de la Haute-Vienne

  • 993W221, 985W2608, 993W221, 4M297, 985W485, 1621W34, 4M216, 646W265, 993W609, 1991W27, 1517W45,

  • Archives Générales du Royaume de Belgique

  • A 399106, A 367847

  • Landesarchiv Berlin

  • 025-05 Nr. 2492/64

  • Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden:

  • HHStAW Abt. 518 Nr. 18872, HHStAW Abt. 518 Nr. 18877

  • Stadtarchiv Nürnberg

  • Brief an Sabine Herrle vom 27.01.2016

Glossar

Biografie zuletzt aktualisiert am: 10.06.2026 06:08

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